Die TSG Porz und der VASA



Foto: Nicole Rosenkranz

 

Bereits seit Anfang der 90er Jahre ist die TSG Porz auf dem Gebiet der Gewässerökologie aktiv. Das geschah zunächst im Rahmen der „Ökologiegruppe Kölner Tauchvereine“ (ÖKT), zu der sich 6 Tauchvereine aus Köln (und der näheren Umgebung) zusammenschlossen. Aus diesem Kern wurde im Jahr 2001 der VASA (Verband für aquatische Systemanalysen Köln e.V.) gegründet.

Von Anfang an wurde darauf Wert gelegt, beim Tauchen in unseren heimischen Seen Tiere und Pflanzen genau zu beobachten. Gerade das Vorkommen von kleinen (!) Wassertieren wie Wasserasseln, Schnecken, Muscheln und der Vielzahl von Insekten lässt Rückschlüsse auf den „Gesundheitszustand“ zu. Auch die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaft gibt Auskunft über die Gefährdung - oder die Stabilität - eines Gewässers.

Da jedoch Vertreter von Kommunen, die beispielsweise über Badegewässer wachen, eher mit physikalisch-chemischen Werten umgehen, wurden von Anfang an auch Wasserproben in der gleichen Art, wenn auch in leicht vermindertem Umfang, untersucht. Das geschieht jedoch nicht nur während der Freibadesaison und nicht nur im Oberflächenbereich (Schöpfproben), sondern ganzjährig und aus mehreren Tiefen. Dieses Tiefenprofil ist wichtig, da schon bei unauffälligen Oberflächenwerten Tiefenwerte gefunden wurden, die eine ungünstige Entwicklung befürchten ließen. Dieses „Frühwarnsystem“ hat beispielsweise zu verschiedenen Sanierungs-, Regenerations- und Schutzmaßnahmen am Fühlinger See geführt.

Die Arbeitsweise der früheren ÖKT und des jetzigen VASA ist grundsätzlich gleich. Der Unterschied liegt in der Größe und der Anzahl der Gewässer, die betreut werden können und im Umfang der Datenmenge die verwaltet und ausgewertet werden kann.

 

 

Werner Hommer ist Vereinstrainer der TSG Porz sowie
Vorsitzender der VASA (Verband für aquatische Systemanalysen Köln e.V.)

Foto: Markus Bigge

 

 

Weitergehende Informationen über VASA ...



... entnehmen Sie bitte den Internetseiten des VASA: http://www.vasa-koeln.de

Vereinsfahrt nach Skottevig



Meeresbiologische Exkursion in die Schären Südnorwegens

 

Als Werner sich im Frühjahr anbot, für Oktober eine Tauchfahrt nach Südnorwegen zu organisieren, fragten sich viele, was denn da zu sehen sei und ob die Temperaturen nicht doch einen Trockenanzug erforderten. Viele zweifelten daran, dass gerade im Oktober die Wassertemperaturen in allen tauchbaren Tiefen zwischen 14° und 16° C liegen und dass die Farbenpracht und der Reichtum an Lebewesen beeindruckend sein würde. 

So machten sich leider nur 9 Taucher unter Werners fachkundiger Leitung auf, um zwischen dem 28. September und 4. Oktober die norwegischen Schären an unterschiedlichen Tauchplätzen und zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erkunden.

Um es vorwegzunehmen: es war eine runde Sache. Unterkunft, Wetter, Tauchplätze und unser Arbeitsraum machten die Zeit zu einer erlebnisreichen Woche, die uns viel neue und bleibende Eindrücke vermittelte.

Gleich nach der Ankunft und nachdem die Wohnungen bezogen waren stürzten sich die ersten am Sonntagnachmittag ins Wasser und erkundeten den vor der Anlage gelegenen Tauchplatz.  Schnell war klar, dass direkt vor unseren Unterkünften eine sehr abwechslungsreiche und vielfältige Unterwasser-landschaft auf uns wartete. Ausgedehnte Seegraswiesen, mit einer Unzahl von Kleinfischen, Seesternen, Seescheiden, Seenelken und Seerosen im flacheren Bereich wurden von ausgedehnten „Kelbwäldern“ mit einer ebensogroßen Artenvielfalt in 10 bis 15 m Tiefe abgelöst. Ausgewaschene Felsen mit großen und kleinen Spalten fielen in unmittelbarer Nähe unserer Anlage bis über 20 m ab, um dann in Sand und Geröllboden überzugehen, wo man wiederum genau hinschauen musste um die artenreiche Tierwelt zu endecken.

In den folgenden Tagen standen täglich zwei oder drei Tauchgänge auf dem Programm, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Dabei wurden von der Basis  auch Ausfahrten ins Umfeld und zu  zwei Wracks darunter die Seattle unternommen. Immer gab es im Anschluss etwas zu berichten, Fotos auszuwerten und mitgebrachtes Lebend-material, das in Aquarien untergebracht wurde, zu beobachten. Mit Hilfe der Binokulare und der reichlich zur Verfügung stehenden Fachliteratur wurden Tiere und Pflanzen bestimmt und viel Neues über den Lebensraum und die Lebensweise gelernt. Werner führte uns in zwei Vorträgen in die Besonderheiten dieser Landschaft zwischen Atlantik und Ostsee ein und erläuterte sehr Anschaulich die Bedingungen unter denen sich hier das Leben abspielt. Da wir mit dem Auto angereist waren, durch Norddeutschland auch keine Pässe überwunden werden mussten, konnte praktisch bis zur letzten Minute getaucht werden. Nicht alle nutzten dies aus, da die Anstrengungen der Woche doch zu spüren waren.

Nach einer erlebnisreichen und beeindruckenden Woche ging es dann am 4. Oktober zuerst mit der Fähre und dann mit den Autos wieder Richtung Köln.

Sicherlich wird in nächster Zeit ein Präsentationsabend auch für die übrigen Mitglieder eine Gelegenheit bieten, sich über diese gelungene Fahrt zu informieren. Abschließend noch ein ganz herzliches Dankeschön an Werner, der diese Fahrt möglich gemacht hat.

Text und alle Bilder: Fritz Schwarz